04 2010

Satelliten-Internet: Spielerei oder Grundversorgung?

In Deutschland, wo dutzende DSL- und Mobilfunkanbieter um die Gunst der Internetkunden wetteifern, ist Satelliten-Internet nur etwas für Technik-Freaks – nicht so in anderen Teilen der Erde.

Satelliten-Internet ist in Deutschland wenig verbreitet. Hier, wo die meisten Menschen Zugang zum Glasfasernetz haben, das sie mit dem World Wide Web verbindet, sind Satellitentelefone und Internet-Zugänge über Satellitenschüsseln eher eine Spielerei für Technik-Freaks als eine realistische Alternative, ins Netz zu gehen. Viele Menschen denken sogar, dass Satellitenschüsseln nur empfangen und nicht senden können.

Satelliten-Internet ist vergleichsweise teuer. Kein Wunder: Warum sollte das Signal den Weg in den Orbit und wieder auf die Erdoberfläche zurücklegen, wenn hier auf der Erde doch die Glasfaserleitungen verlaufen, die das Internet ausmachen?

Anders sieht es außerhalb von Europa aus. Wenn man sich die Karte der weltweiten Glasfaser-Verbindungen anschaut, ist bei weitem nicht jedes Land eingebunden. Inselstaaten, abgelegene Regionen und bedeutende Teile von Afrika verfügen weder über Untersee-Verbindungen, noch über Kabel, die an Land verlegt wurden. Das hat verschiedene Gründe: In manchen Gebieten wohnen so wenige Menschen, dass es sich einfach nicht lohnt, mehrere tausend Kilometer lange Kabel dorthin zu verlegen. Manchmal haben auch in dicht besiedelten Gebieten nur wenige Menschen das Bedürfnis – und die finanziellen Möglichkeiten – ins Internet zu gehen. Wer in solchen Regionen ins Internet will, kann auf die Verbindung via Satellit zurückgreifen.

Satelliten-Internet muss man sich nicht so vorstellen, dass man seinen Laptop per USB-Kabel an eine Satellitenschüssel anschließt. Es gibt zwar die Möglichkeit, solche kleinen Empfangs- und Sendestationen für private Zwecke oder für eine Firma zu erwerben und zu betreiben, meist übernimmt das jedoch ein Betreiber eines Internetcafés, über welches man die Satellitenverbindung indirekt nutzen kann. Speziell in Afrika gibt es Länder, in denen das Mobilfunknetz sehr gut ausgebaut ist, aber keine Kabelverbindung zum World Wide Web besteht. Dort kann man Datenpakete erwerben und mit dem Handy oder einem Web-Stick das Internet nutzen. So benutzt man das Internet über Satellit, ohne einen Unterschied zu bemerken – außer beim Preis.

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