14 2010
Schulen für Ergotherapie: Arbeit mit Kranken lernen
In Deutschland gibt es für Ergotherapeuten zahlreiche Ausbildungsstätten, in denen die praktische Arbeit mit kranken und behinderten Menschen gelehrt wird. Im Hochschulstudium liegt der Fokus hingegen auf der Theorie.
Bei der Ergotherapie handelt es sich um ein therapeutisches Verfahren oder eine therapeutische Methode, um Menschen mit eingeschränkten neurologischen Funktionen in ihrem Heilungsprozess zu unterstützen. Vor allem Menschen mit Störungen oder zumindest Einschränkungen im Bereich der Motorik erfahren häufig ergotherapeutische Unterstützung. Diese Therapieform wird meistenteils als Ergänzung der Physiotherapie eingesetzt. Bei dem Berufsbild ist der intensive Kontakt zu den kranken und/oder behinderten Menschen vorrangig. Hierfür sind vor allem Einfühlungsvermögen, Kreativität und Fantasie vonnöten, aber auch die Fähigkeit, flexibel auf neue Situationen und Anforderungen im Berufsalltag einzugehen. Auszubildende im Bereich Ergotherapie lernen bestimmte Verfahren, um ihren Patienten kompetent zur Seite stehen zu können. Eine Besonderheit der Ausbildung ist jedoch ebenfalls die Betonung von Wahrnehmungs-, Handlungs- und Sozialkompetenz, die entwickelt werden soll. Als die vorrangigen Handlungsfelder für Ergotherapeuten gelten nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung die Behindertenhilfe, Epilepsiebehandlung und Altenhilfe. Ergotherapeuten werden aber auch gern und häufig in der Psychiatrie und Jugendhilfe eingesetzt. Absolventen von der Universität sind im Gegensatz dazu deutlicher geschult in den theoretischen Grundlagen, darunter vor allem in der Messtheorie. Die Ausbildung fördert besonders den praktischen und fürsorglichen Umgang mit dem Patienten, weniger dagegen Kenntnisse in der Methodik.
Um eine Ausbildung zum Ergotherapeuten zu beginnen, sind entweder eine abgeschlossene Berufsausbildung, ein Realschulabschluss oder in Einzelfällen auch ein Hauptschulabschluss nötig. Häufig wird in den Bewerbungsrunden angegeben, dass besondere Bereitschaft zum Nachdenken und zur Kommunikation das wichtigste Kriterium ist, nach dem die Bewerber ausgesucht werden. Es ist außerdem notwendig, dass der Gesundheitszustand als für den Beruf geeignet befunden wird. Ein medizinisches Gutachten ist deshalb vor Antritt Pflicht. Es gibt zahlreiche Schulen für Ergotherapie in Deutschland, staatlich anerkannte Ausbildungsstätten finden sich in den meisten größeren Städten. Die Ausbildung gliedert sich in zwei Teile, einen theoretischen und einen praktischen. Im Laufe der Ausbildung soll die Fähigkeit vermittelt werden, kranke und behinderte Menschen anzuregen, anzuleiten, zu mobilisieren und zu aktivieren. Sie sollen befähigt werden, ihren Alltag und ihr Berufsleben möglichst allein zu bewältigen.
Um die Patienten an diesen Punkt zu bringen, kommen in der Ergotherapie viele gestalterische und auch handwerkliche Techniken zum Einsatz. Die eingesetzten Methoden beruhen dabei auf medizinischen und sozialwissenschaftlichen Grundlagen. Zusätzlich zur Ausbildung kann außerdem eine Fortbildung in vielen Bereichen, beispielsweise der Kinästhetik, durchlaufen werden, die zusätzlich noch die Wahrnehmungs- und Bewegungsfähigkeit der Lernenden schult.